Familie Pries

„Mit jedem Menschen sterben auch die Toten, die nur in ihm noch gelebt haben“.
Richard von Schaukal

Hier wird noch gewerkelt.

Über 320 Jahre (10. Generationen) läßt sich unsere Familie zurückverfolgen, deren Wurzeln sich im stormarnischen Dorf Hoisbüttel (Kirchspiel Bergstedt) befinden1. Die erste namentliche Erwähnung in den Bergstedter Kirchenbüchern erfolgte anläßlich der Trauung von Christian Prys, geb. err. 1696 (der Geburtsort ist nicht bekannt; hierzu laufen derzeit weitere Forschungen), wohnhaft in Hoisbüttel. Seine Ehefrau Anna Krogmanns wurde 1695 in Hoisbüttel geboren; ihre Familie stellte über 100 Jahre den Bauernvogt2 im Dorf. Von dort aus verbreiteten sich ihre Nachfahren, über das Dorf Lemsahl (Hofbesitzer Claus Prys), in der Tangstedter Heide (= Glashütte), Kanzleigut Tangstedt, im südlichen Schleswig-Holstein. Sie hinterließen Spuren als Hofbesitzer, Käthner, Leinweber, Dienstknechte und Schmiede. Innerhalb des immer größer werdenden Familienverbandes der sich ab 1806 auch im Bereich um Harksheide  (Tangstedter Harkesheide) und später in Garstedt, Bramfeld, Hamburg und Steilshoop ansiedelten fanden viele von ihnen, innerhalb der Verwandtschaft, als Dienstknechte oder Dienstboten Arbeit.

Siedelten 1771 lediglich 5 Mitglieder aus der Familie von Claus Prys (Hofbesitzer bis 1771 in Lemsahl) auf dem Gebiet der Tangstedter Heide, waren es zur Volkszählung im Jahre 1840 inkl. der Harksheide bereits 38 Nachfahren aus dieser Linie. Heiraten, Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen wurden nachwievor in der Kirche zu Bergstedt (Kirchspiel Bergstedt) vollzogen. Ab 1806 vollzog sich langsam ein Sinneswandel, die ersten Nachfahren von Christian, die in Tangstedter Heide und Harksheide geboren wurden, ließen ihre Kinder nun auch in der Quickborner Kirche (Kirchspiel Quickborn) taufen und konfimieren. Der Großteil der Familie jedoch fühlte sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihrer Bergstedter Kirche verbunden. Sie nahmen zu jeder Jahreszeit den beschwerlichen Weg aus der Tangstedter Heide und den Bereich um Harksheide auf sich -so wie es seit Generationen Tradition war.

Mein Urgroßvater Ferdinand Pries * 1858, heiratete nach seinem Militärdienst in St. Avold im Elsaß………und verzog 1884 nach Hamburg……..

Im Jahre 1922 bezog die Familie meines Großvaters Ferdinand Pries *1887 in Hamburg-Barmbeck, ein Wohn- und Wirtsschaftsgebäude in Steilshop, Stormarn, Preußen. Eigentümer des Gebäudes war der Vater von Paul Beisser -ein Dutzfreund meines Großvaters. Beide trafen sich lt. Erzählungen meines Vaters desöfteren zu einem Glas Bier in der Gastwirtschaft  „Steilshoper Höh“, an der Bismarckstraße (heute Ecke Schwarzerweg/Steilshooper Str.). Die Wirtschaft war im Besitz der Familie Schuster von denen ich noch eine der Zwillingsschwestern (verh. Siemers; so hieß dann auch die Gastwirtschaft) persönlich kannte. Die Wirtschaft existierte noch bis bis Ende der 1960ziger Jahre. Die Anmietung des Wohnhauses wurde über meinen Urgroßvater Ferdinand Pries *1858 möglich, welcher als Schmiedemeister geschäftlich mit der Familie Beisser zu tun hatte und bereits seit 1915 in Steilshop (Hamburger Straße) wohnte. 1942 wurden der ausgebomten Familie Adolf und Elsa Müller, im hinteren Teil des Obergeschosses, zwei ungenutzte Zimmer mit Küche und Diele zugewiesen. Mit dem Bau der Großsiedlung „Steilshoop“ mußte die Familie Pries ihr Heim verlassen, Sie fand, wenn auch nur für kurze Zeit, in Hamburg-Jenfeld ihr neues Zuhause. Der lt. Bauplänen geplante Zugang zu einer U-Bahn Station, vor dem Wohnhaus, wurde nie realisiert.

Wohnhaus der Familie Pries ab 1922 © Peter Pries

Lage des Wohnhauses im ehemaligen stormarnischen Dorf „Steilshop“

Gastwirtschaft „Steilshoper Höh“, an der Bismarckstraße, (Ecke Schwarzer Weg / Steilshooper Str.) Blick von Einmündung Schwarzer Weg; früher Kirchweg. Besitzer waren Familie Schuster und später Siemers

Quellen und Literatur
1, http://www.schüberg.de/hoisbüttel/höfe/besitzerfolgen/tabellen/besitzer/G.htm; Kirchenbuchauszüge der KG Berstedt von 1730
2, Chronik Ammersbek -Bünninstedt · Hoisbüttel-, Seite 197; Ursula Müsegaes 1988


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