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Herkunft des Namens Thöne

Ausgehend von einer Beziehung zu den Ortsnamen:

  • Thiunum (bei Höxter); seit Erbauung der Burg im Jahre 1315 Thoneburg genannt,
  • Thuine ( heute ostfriesischer Landkreis Emsland); erwähnt 836 im Heberegister der Abtei Werden,
  • Thunum (heute ein Ortsteil der Gemeinde Stedesdorf im ostfriesischen Landkreis Wittmund); Ersterwähnung, 10. Jahrhundert als Thunhem,
  • Thunen = Thune (Wohnplatz in der Landgemeinde Neuhaus, Kreis Paderborn); Ersterwähnung 1036
  • Thune (heute ein Stadtteil von Braunschweig); ca. seit dem 9./10. Jahrhundert bekannt als Wehranlage,

ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Familienname Thöne, als Herkunftsname, in der Bedeutung „der aus Thune Stammende“ (z. B. Heinrich I. de Tonne, (aus Thune), erklärt werden kann.

Als Personennamen bezeichnet somit Thöne entweder der Grundbedeutung entsprechend den Besitzer eines umzäumten, befestigten Hofes, wie z. B. bei jenem Barthold by dem Thune oder aber dem Mann aus einem Orte namens Thune. Ich verweise nur auf die Soester und Osnabrücker Familien v. Thunen, v. Thünen und ähnlich geschrieben, beide seit etwa 1150 urkundlich nachgewiesen. Wie diese, machten es die Bürger der Städte. So nannte sich der im Soester Nequambuche erwähnte Metzgermeister Johannes de Thunen offenbar von dem benachbarten Thunen. Das Gleiche tat die Bürger- und Schöffenfamilie von Thunen, Thonen, Thonin, Donin in Cassel, die, mit einem Arnold I. im Jahre 1225 anhebend, durch die Brüder Winand und Walthelm, Arnolds II. Söhne noch im Jahre 1321 vertreten ist. Genau so war es 1229 bei Hendric de Dune zu Obermarsberg, von dem sich wahrscheinlich das bis zum Jahre 1422 in den Urkunden vorkommende Geschlecht Thone gen. Thonemann in Marsberg herleitet. Wie diese alle, trug schliesslich auch im Jahre 1331 Hermannus de Tonne zu Warburg, als dessen mutmaßlichen Vater wir einen Hermann Thuno oder Thonomann im Jahre 1282 kennen, den Namen irgend eines Ortes Thune, dem er entstammte. Das „de“ oder „von“ war damals noch kein Adelsprädikat, sondern zeigte noch in seiner ursprünglichen Bedeutung lediglich die Herkunft an.1

Bedeutung und Schreibweisen des Namens Thöne

Im Thöne-Buch von 1938, findet sich dazu folgender Eintrag:

Thöne, früher Thönen, Thonen, Theune, Thoynen und in ältester Zeit Thunen, Thuinen, Thünen und ähnlich geschrieben, bedeutet soviel wie Zaun, althochdeutsch Zun, das im Niederdeutschen Thon, Thun, Thün, Thiun oder Theun heißt. Herrührend von dem indogermanischen Thunum ist es gleichen Stammes mit dem angelsächsischen „tun“ und dem englischen Worte für Stadt „town“ – taun gesprochen – und vor allem dem keltischen, in so manchem Ortsnamen vertreten Dunon, Dunum, welches, von der Grundbedeutung des Wortes „Zaun“ ausgehend, die Burg, die Stadt bedeutet.2

Im Buch, „Topographie des Herzogtums Braunschweig“ von Friedrich Knoll, wird die Bedeutung des Namens Thöne wie folgt beschrieben:

„Der Burgsitz, gewöhnlich das Haus zum Zaune genannt.“3

Die älteste Namensform des Familiennamen Thöne in Warburg, ist Thune. Sie findet sich, in dieser Schreibweise, noch bis zum Jahre 1515 in den Steuerlisten. Daneben findet sich aber auch Thone(n), Tonne, Theune(n) und Theyne. Da es zur damaligen Zeit noch keine einheitliche Schreibweise von Familiennamen gab, kam es oft vor, dass sogar in derselben Familie eine unterschiedliche Schreibweise angewandt wurde. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass der örtliche Pfarrer den Familiennamen nach Gehör niederschrieb oder einem Kanzleischreiber, bei der Herstellung von Reinschriften, ein Fehler unterlief.

Namensvarianten von Thöne

Varianten des Nachnamens im deutschsprachigem Raum sind:
Thönebe – Thöneböhn – Thönelt – Thönemann – Thönen – Thöner – Thönert – Thönes – Thönessen
Thoene – Thoenebe – Thoeneboehn – Thoenelt – Thoenemann – Thoenen – Thoenert – Thoenes

Weitere Varianten:
Teunen, Theunen, Thenen, Thone, Thonen, de Tonne, Tonne, Tonnen, Thonemann, Tönnemann, Tonemann, Toneman, Tünemann.


Quellen und Literatur:
1, 2, „Geschichte des Warburger Stammes 1282-1938, von Dr. Wilhelm Thöne, 1938, erschienen im Selbstverlag, S. 7.
3, „Topographie des Herzogtums Braunschweig“ von Friedrich Knoll, 1897, erschienen im Verlag von Hellmuth Wollermann, Braunschweig und Leipzig, S. 87.

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