Herkunft/Ursprung, Bedeutung und Schreibweise des Familiennamens

Der Familienname als Herkunftsname

Der älteste, schriflich belegbare Herkunftsnachweis auf den Familiennamen meiner Familie, findet sich in den Kirchenbüchern1 des Kirchspiels von Bergstedt in Stormarn, anläßlich der Taufe von Claes (Claus) Prys * 1730 in Hoisbüttel, Stormarn. Sein Vater Christian Prys * err. 1696 war dort ansässig; ob er auch dort geboren wurde wird noch geprüft.

Familiennamen entstanden im Mittelalter zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert. In einer Zeit also, in der sich eine starke Binnenwanderung vollzog. Anfang des 15. Jahrhunderts waren Familiennamen überall im deutschen Sprachraum anzutreffen. Zugezogene wurden oft nach dem Ort benannt, woher sie ursprünglich stammten oder sich für längere Zeit aufhielten.2
Der Name Pries taucht in dieser Schreibweise erst nach 1500 auf und dürfte von den deutlich älteren slawischen Formen Pryvisse, ab 1506 dann Pryvesse und schließlich Pryße abgeleitet sein und bedeutet so viel wie Ort der Leute des Priebe oder Pribislaw. Frühere Belege, über Vor- und Nebenläufer des Namens Pries stammen aus dem 14. Jahrhundert:

  • Hannover 1327, Henrik Prys;
  • Lüneburg 1383 Hinrik Prys,3

Aus dem 17. Jahrhundert:

  • Eichede, Stormarn 1630, Henrich Pryß (Halbhufner); schreibweise des FN ab 1641 Pries.4

Ursprung des Familiennamen

Anhand der Verbreitungskarte kann man davon ausgehen, dass der Ursprung des Familiennamen Pries im Norden lag.

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Karte: Geogen v3.1. © 2005-2011, Christoph Stöpel

Mit hoher Wahrscheinlichkeit, ist der Familienname Pries, im Falle meiner Familie, vom Ortsnamen des Rundangerdorfes Pries (heute ein Stadtteil von Kiel) abgeleitet worden, Herkunftsname = Familienname; der aus Pries Stammende. Auch wurde zugezogenen Personen dem Rufnamen einfach der Ortsname angefügt, z.B. -Hinrich von Pries-. Da meine recherchierten Vorfahren alle aus Schleswig-Holstein stammen und frühere Wanderungsbewegungen, insbesonders im Mittelalter, regional stark begrenzt waren, ist eine Anbindung an diesen Ort durchaus wahrscheinlich.

Der Familienname aus einer Berufsübernahme

Es ist auch möglich, dass der Familienname Pries aus einer Berufsübernahme entstanden sein könnte, wenn dieser aus dem mittelniederdeutschen Wort prise, prisen = Kleidungsstücke einfassen, Verzierungen ansetzen, abgeleitet wurde.
Die Einfassung von Kleidern gehörte seit dem 13. Jahrhundert zum Handwerk eines Posamentierers, welches aus dem Weberhandwerk hervorging. Der Posamentierer [zu frz. passement, „Borte“], lat. limbolarius, andere Bezeichnungen: Bortenwirker, Borduirwirker, Breisler, Briser usw., fertigte u. a. kunstvollen Besatz (Posamenten) für geistliche Gewänder, Kleider und Uniformen. Diese Möglichkeit schließe ich jedoch aus, da es bisher nur einen Hinweis auf das Handwerk eines Lein-Webers in unserer Familie gibt. Hierbei handelt es sich um Magnus Friederich PRIES, * 1778, in der Tangstedter Heide, welcher zur Volkszählung im Jahr 1803 als Lein-Weber geführt wird. Wann und bei wem er das Handwerk erlernt hat ist nicht bekannt. Da Magnus 1803 bei seinem Bruder, Frantz Hinrich (Kätner und Eigentümer), im Haushalt lebte, wäre es im Bereich des möglichen, dass auch dieser als Lein-Weber gearbeitet hat.

Schreibweise des Familiennamen Pries

Ein Familienname konnte mitunter in der gleichen Familie unterschiedlich geschrieben werden. Eine mögliche Erklärung ist, dass der örtliche Pastor oder Kanzleischreiber etc. den Familiennamen nach Gehör niederschrieb. Auch Schreibfehler kamen sehr häufig vor. In den vergangenen Jahrhunderten, gab es auch immer wieder unterschiedliche Schreibweisen meines Familienamen. In den Taufbüchern des Kirchspiels Bergstedt gibt es dazu folgende Eintragungen:
Pries, Prieß, Priess (zw. 1695-1858), bis 1730 auch Prys. Ein totaler Hörfehler oder vielleicht ein Glas zuviel Wein führte 1754 dazu, dass der Pastor zu Rahlstedt, als Familiennamen, PRINZ, ins Heiratsregister eintrug.

Namensvarianten von Pries

Deutschsprachiger Raum

Priehs – Pries – Priesack – Priesching – Prieschl – Priese – Priesel – Priesemann
Priesemeister – Priesemuth – Prieser – Prieshof – Prieshoff – Priesing
Prieske – Priesmann – Priesmeier – Priesmeyer – Priesner – Priess
Priessner – Priessnig – Priessnitz- Priestaff – Priestel – Priester
Priesterjahn – Priesters – Priesz – Prieß – Priehs – Prihs – Priis – Pris – Prisnitz – Priss – Priß
Prys

Bekannte Namensträger

Pries ist der Familienname folgender Personen5:

  • Ernst Pries, * 20.09.1906 in Harksheide, Zimmermeister; Bürgermeister von Harksheide, vom 20.02.1947-15.11.1948
  • Walter Pries, * 1902 in Hamburg, † 1984; deutscher Politiker (SPD); 1946 bis 1957 Abgeordneter in der Hamburgischen Bürgerschaft.
  • Claus Pries, † 1666; Bürgermeister, Burg auf Fehmarn. In der Burger Kirche „St. Nicolai“ ist dem Bürgermeister ein Epitaph gewidmet.
  • Dietrich (* 1136), Heinrich (* 1105 † 1165) und Mainhalm von Pries (* 1136 † um 1145–49, Kreuzzug Jerusalem) oder auch die Herren von Weichselberg.
    Sie waren Seitenverwandte der heiligen Hemma von Gurk und Nachkommen eines alten Salzburger Adelsgeschlecht, das Pries oder de Patris (de Pux, auch Pris, Puchs oder Pries von Puchs) hieß.

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Quellen und Literatur:
1, Kirchenbuch, KG Bergstedt, KKR Stormarn, Tauf-, und Heiratsregister, Jahrgang 1695
2, 3, 5, http://de.wikipedia.org
4, http://www.ahnenforschung-in-stormarn.de/geneal/amtsakten/AR_Eichede.htm; dort: Amtsrechnungen Amt Trittau, Kirchspiel Eichede; Homepage von Peter Dörling

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