Die stormarnischen Kirchspiele Bergstedt und Rahlstedt

Kirchspiel Bergstedt

kb_PRYS-1730-1

Bergstedter Kirche; Tauf- und Heiratskirche der Familie Pries seit 1695. © Peter Pries

„Das Kirchspiel Bergstedt, das fast ganz Stormarn umfasste, bestand seit Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Bergstedter Kirche, eine der ältesten Hamburgs, wurde 1256, als Feldsteinbau, unter dem Abt zu Stade und Vizebischof von Hamburg erbaut. Da die Kirche jedoch erstmalig 1248 urkundlich erwähnt wurde, stand an dieser Stelle wohl bereits eine ältere Kirche (vermutl. eine kleine hölzerne Kapelle). Aus dem Zusammenhang, der Texte, der bereits 1239 urkundlich erwähnten Kirche zu Steinbek, ist zu schließen, dass beide Kirchen wohl schon im 12. Jahrhundert vorhanden waren.1“ Die ältesten heute noch erhaltenen Teile der Bergstedter Kirche stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert. Um ca. 1300 gehörten folgende Dörfer zum Kirchspiel: Ahrensfelde, Bünningstedt, Duvenstedt, Hoisbüttel, Lemsahl, Mellingstedt, Ohlstedt, Poppenbüttel, Rade, Sasel, Schmalenbek, Tangstedt, Volksdorf, Wilstedt, Wohldorf, Wohltorp, Woldenhorn, Wulksfelde. Später kamen noch die Dörfer Engenhusen, Haldesdorf und Lottbek dazu.

Kirchspiel Alt-Rahlstedt

Kirche-Alt-Rahlstedt

Alt-Rahlstedter Kirche; Heiratskirche der Familien Pries/Hinsch; © Peter Pries

Zentrum des Kirchspiels Rahlstedt, seit dem 13. Jahrhundert, war die Rahlstedter Kirche. Zum Kirchspiel gehörten die Dörfer Berne, Braak, Farmsen, Meiendorf, Oldenfelde, Stapelfeld, Stellau, Tonndorf und Jenfeld. 1248 wurde die Kirche mit der Nennung des Pfarrherrn, Radolf, in Radoluestede (Radolwestede), erstmalig urkundlich erwähnt.2 Die älteste überlieferte urkundliche Erwähnung des Dorfes Rahlstedt, erfolgte bereits 1212 als Rothuluestad (Rothulwestad). Der Name verweist auf eine Gründung als sächsische Siedlung durch einen Mann namens Radolf oder Radulf, die Nachsilbe -stede bedeutet (Wohn-) Stätte.3


Bildnachweis: © Peter Pries; www.Pries-Ahnenforschung.de

Quellen und Literatur:
1, Chronik des Kirchspiels Bergstedt-Seine Kirche und seine Geschichte-, anläßl. der 700-Jahr Feier. Herausgeber: Wilhelm Jensen, und Friedrich Sparmann i.G.m. Christian Boeck, Armin Clasen, Walter Frahm, Reinhard Schindler, Druck Gustav Petermann, Hamburg, 1952
2, Altrahlstedter Kirche Geschichte und Kunst, Autor Karel Maderyc, Verlag Studio Karel.
3, Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, S. 102; Wolfgang Laur: Die Orts- und Gewässernamen der Freien und Hansestadt Hamburg, Neumünster 2012, S. 201 f.


 

Gefällt dir dieser Beitrag? Teile ihn gern, solange die Verwendung nicht kommerziell und unter Beibehaltung des Urheberrechtes erfolgt!Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page