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Über 150 Jahre Schmiedefamilie Pries

Harksheide in Schleswig-Holstein,  Hamburg und  Straßburg im Elsaß

Nach 1798 erbaute der Vogt Max Dibbern aus der Landschaft Harckesheide in  Stormarn (jetzt Norderstedt, Kreis Segeberg) stammend, eine Schmiede1 die als Gerechtsame (mit Sondererlaubnis) galt. in den Anfangsjahren war sie eine vom Dänenkönig gepachtete Lehnschmiede, welche laut mündlicher Überlieferung meines Urgroßvaters Ferdinand Pries (1858-1930), Schmied in Harksheide und Hamburg,  in der Ulzburger Straße2 stand.

In der Chronik der Gemeinde Harksheide von 1966 wird der Standort wie folgt beschrieben: Segeberger Chaussee und Ulzburger Straße, 30m südlich des alten strohgedeckten Bauernhauses.3 Im Jahrbuch 2008 des Heimatbund Norderstedt heißt es: Auf dem heutigen Parkplatz der HSV-Sportanlagen. Der Betrieb wurde später auf die andere Straßenseite velegt4 (Ulzburger Str. 129).

Die alte Lehnschmiede in der Ulzburger Straße

In dieser Schmiede erlernte, nach Aussage meines Urgroßvaters, mein3-facher Urgroßvater Hans Hans Hinrich Pries (1799-1863) aus Tangstedter Heide, erstgeborener Sohn des dortigen Eigentümers Frantz Hinrich Pries (1771-1833) aus dem Dorf Lemsahl stammend und der Elsabe Timmermann (1770-1849), das Schmiedehandwerk und arbeite dort als Schmiedegeselle. Der Name des damaligen Schmiedemeisters und Pächters der Lehnschmiede ist nicht überliefert. Hans Hinrich heiratete 1832 die Catharina Elsabe Bock (Buck) (1795-1858). Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1833 übernahm er als ältester Sohn dessen Eigentümerstelle und übergab diese 1835, gegen eine Leibrente, an seinen Bruder Johann Joachim.

Um ca. 1844/ 18455 übernahm Hans Hinrich die alte Lehnschmiede in der dann auch dessen Söhne  Hans Hinrich (1823-1877/83, Ururgroßvater) und Hans Friedrich  Heinrich (1844-1928, 2-facher Urgroßonkel) das Schmiedehandwerk erlernten.

Schmiedebetrieb Hans Friedrich Heinrich Pries ( 1844-1928)

Neue Schmiede an der Ulzburger Str. 129

Als Hans Hinrich (1799-1863)  im Jahre  1863  mit nur  53 Jahren verstarb übernahm 1864 der jüngere Bruder von Hans Hinrich (1823-1877/83), Hans Friedrich Heinrich (1844-1928,) die Schmiede6. Sein Bruder Hans Hinrich heiratete 1854 die Christina Friederike Albrecht und arbeitete bis zu seinem Tod in der Schmiede seines Bruders Hans Friedrich Heinrich. Dieser ehelichte die Anna Maria Thies. Beide hatten 2 Söhne Wilhelm (1879-) und Hermann (1874-1941, Urgroßonkel) der die Schmiede später übernahm.

Hermann heiratete Caroline Auguste Hertel und übergab die Schmiede an seinem Sohn Hans Friedrich (1902- 1974, 2-facher Urgroßonkel). Hans Friedrich war verheiratet mit der Alma Möller. Im Jahr 1975 ging die Schmiede an dessen Sohn Günther  (1931-2016, Großonkel 3. Grades), der sie bis zum erreichen der Rente führte. Er war der letzte Schmied in der Familie.

Schmiedebetrieb von Wilhelm Pries Ohechaussee (bis 1918) und Langenhorner Chaussee

Hermanns Bruder Wilhelm (1879-) gründete an der Ohechaussee einen eigenen Betrieb der wegen Baufälligkeit 1918 abgerissen wurden mußte. An der Segeberger Chaussee Nr. 17 / Ecke Schleswig-Holstein-Straße entstand ein neuer Betrieb, welcher von seinem Sohn Hans ( Großonkel 3. Grades) bis zu dessen Tod weitergeführt wurde.Da Hans keine Söhne hatte fand sich für die Schmiede kein Nachfolger. Die Schmiede wurde in den 1960er Jahren  abgerissen. Vor dem Abriss des schönen Gebäudes konnte ein Foto vor der Vernichtung gerettet werden auf dem mein Urgroßvater der Schmiedemeister Ferdinand Pries zu sehen ist.

Schmiedemeister Ferdinand Pries; Bildmitte

Die Söhne von Hans Hinrich (1823-  1877/83),  Ferdinand (1858-1931) und  Hans Hinrich (1846-1905) erlernten ebenfalls in der alten Lehnschmiede an der Ulzburger Str. das Schmiedehandwerk

.Hans Hinrich (1846-1905) verließ 1877 als Schmiedemeister die Schmiede, verzog  nach Hamburg und arbeitete dort als Schmiedemeister.

Ferdinand 1858-1930)  mußte  im Jahr 1878 im Alter von 20 Jahren seinen Militärdienst in der Königlich Preußischen Armee 1. Eskadron, „Schleswig-Holsteinisches Dragoner-Regiments Nr.13“, in Stankt Avold, Frankenberg in Lothringen, antreten. Nach seiner Rückehr im Jahr 1881 arbeitete er noch bis zu seiner Hochzeit in Quickborn ,mit Catharina Margaretha PÖPPLAU (1856-1929),  im Jahr 1883 als Schmiedegeselle in der Schmiede seines Onkels Hans Friedrich Heinrich. Im Jahre 1884 verzog er mit Frau und Tochter nach Hamburg und arbeitete als Schmied und Schmiedemeister in Barmbek und später in  Steilshoop, Stormarn.

 

Ferdinand Pries lks. im Bild und seine Gesellen

Sergant und Oberfahnenschmied in Kamerun

Der Bruder von Hans Hinrich (1846-1905) und Ferdinand (1858-1930), Johann Jochim (1854-1890) war Hufschmied und von 1875-1879 Sergant und Oberfahnenschmied in der kaiserlichen Truppe im Kamerun. Wo er zum Hufschmied ausgebildet wurde ist nicht überliefert. Er lebte in Strasbourg, Bas-Rhin, Elsass, Frankreich und arbeitete dort nach seinem Militärdienst  von 1880-1890 als Hufschmied und später als Fuhrunternehmer.

 

Schmiedebetrieb von Joachim Hinrich Wöbs in Harksheide Haus 29

In diesem Betrieb arbeitete ein weiteres Familienmitglied als Schmiedegehilfe……


Quellen:
1) Chronik der Gemeinde Harksheide, Seite 51, Otto Kröger; Satz und Druck, Mensin & Co., Harksheide 1963; mündl. Überlieferung des Schmiedemeisters Ferdinand Pries (1858-193
2) Mündl. Überlieferung des Schmiedemeisters Ferdinand Pries (1858-1930)
3) Chronik der Gemeinde Harksheide, Seite 51, Otto Kröger; Satz und Druck, Mensin & Co., Harksheide 1963
4)Jahrbuch 2008 des Heimatbund Norderstedt, ab Seite 46: mündl. Überlieferung des Schmiedemeisters Ferdinand Pries (1858-1930)
5) Mündl. Überlieferung des Schmiedemeisters Ferdinand Pries (1858-1930)
6) Jahrbuch 2008 des Heimatbund Norderstedt, ab Seite 46: mündl. Überlieferung des Schmiedemeisters Ferdinand Pries (1858-1930)

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